Themenabend

Dienstag, 06. November 2018 – 23.59

Finger weg von USB-Sticks

Ufhusen

Cyber-Kriminalität ist nicht nur für Grossfirmen, sondern auch für KMU-Betriebe ein wichtiges Thema. Deshalb organisierte das Gewerbe Hinterland für seine Mitglieder einen Themenabend.

Rund 30 Gewerblerinnen und Gewerbler trafen sich kürzlich im Restaurant Eintracht in Ufhusen. Die beiden Vorstandsmitglieder Jris Giaretta und Waldemar Bernet konnten mit Ivano Somaini einen top Referenten gewinnen. Somanini ist IT-Spezialist und arbeitet für die Firma compass-security. Im Auftrag von Banken, Versicherungen oder anderen Firmen prüft er deren Sicherheits-Systeme auf Herz und Nieren.

Gutgläubige Schweizer

 

„Seit 2013 wird mittels Cyber-Kriminalität mehr Geld verdient als in der Drogenindustrie“, sagte er. In diesem Geschäft hätten sich auch grosse kriminelle Organisationen eingenistet, welche geschickt mit psychologischem Wissen arbeiteten. Die Schweiz sei für Hacker besonders interessant, weil hier viel Kapital und Wissen vorhanden sei. Aber auch, weil Schweizer gutgläubig seien. Ivano Somaini demonstrierte vor Ort, wie Hacker vorgehen, damit beispielsweise eine Website lahmgelegt wird.

Neugierde wird bestraft

Nebst vielen Beispielen gab der Spezialist den Gewerblern auch ganz konkrete Tipps. So müsse man mit USB-Sticks besonders vorsichtig sein, mahnte er. Er ging sogar so weit, zu sagen: „Wer USB-Sticks geschenkt bekommt, soll sie wegwerfen.“ Den Ratschlag untermauerte er mit einem Beispiel. Er habe in einem Unternehmen zehn infizierte Sticks verteilt, sie unauffällig neben der Kaffeemaschine oder im WC deponiert. Acht dieser Sticks wurden eingesteckt und damit die Schadsoftware installiert. „Und wenn darauf das Wort ‚Vertraulich‘ steht, werden erfahrungsgemäss sogar zehn von zehn Sticks eingesteckt“, sagte er mit Augenzwinkern.

Nicht nur der Computer, auch das Handy kann gehackt werden. Ivano Somaini erzählte das Beispiel, dass eine Assistentin ein SMS ihres Vorgesetzten auf dem Handy hatte, er müsse nochmals ins Büro, habe aber den Schlüssel vergessen. Sie soll doch bitte ihren Schlüssel hinterlegen. Bei solch ungewöhnlichen Nachrichten müssen die Alarmglocken läuten. „Nur der direkte Rückruf schützt in solchen Fällen“, so Somaini.

Mitarbeitende instruieren

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Zumindest kann man aber den Hackern die Arbeit erschweren. So seien beispielsweise regelmässige Updates sehr wichtig, aber auch gute und viele unterschiedliche Passwörter. Wichtig ist zudem das eigene Verhalten. Der beste Schutz nütze nichts, wenn die Mitarbeitenden jeden Mail-Anhang unkritisch öffneten. Und für den privaten Umgang riet Ivano Somaini, Fotos besonders gut zu sichern. „Wenn sie weg sind, schmerzt das oft am meisten.“

Jris Giaretta (gia.)

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